Samstag, 27.09.2014

10:30 - 12:00 Uhr

Löwengebäude HS XIV a/b

Vorsitz: Schreier, Magdalena (Salzburg/A)

Schmerz in der Langzeitpflege: Prävalenz - Intervention - Zukunft

Schmerz in der stationären Langzeitpflege ist ein aktuelles jedoch immer noch unzureichend beforschtes Thema. Sowohl Pflegende und Ärzte als auch andere an der Versorgung beteiligte Berufsgruppen sind in ihrer täglichen Praxis mit den hohen Anforderungen der Schmerzversorgung konfrontiert. Eine enge multiprofessionelle Kooperation ist für ein optimales Schmerzmanagement unerlässlich, was auch für die wissenschaftliche Untersuchung der Thematik gilt. In diesem Symposium werden Ergebnisse einer österreichweiten Prä-Post-Studie vorgestellt, die in enger Kooperation mit Pflegewissenschaft und Geriatrie durchgeführt wurde. Die OSiA-Studie (Optimiertes Schmerzmanagement in Altenpflegeheimen) beleuchtet das Schmerzmanagement aus Sicht der Pflegenden und der Bewohner. Zudem wurde die Schmerzsituation der Altenheimbewohner mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen mit verschiedenen Erhebungsinstrumenten zur Befragung und Beobachtung untersucht. Die medizinische Versorgung wurde anhand der Dokumentation analysiert. In diesem Symposium werden Ergebnisse der Basiserhebung sowie Veränderungen nach erfolgten Interventionen vorgestellt und diskutiert.

10:30 Uhr

U. Stering; M. Schreier; S. Pitzer; B. Iglseder1; M. Steiner; F. Weißenberger; J. Osterbrink
Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, 1 Universitätsklinik für Geriatrie , Christian-Doppler-Klinik, Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH, Salzburg/A;

S218-01

Schmerzsituation von Bewohnern mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen in Altenpflegeheimen

Hintergrund: Internationale Studien zeigen, dass Schmerz in der stationären Langzeitpflege weit verbreitet ist. Aufgrund der hohen Aktualität von Schmerz bei Altenpflegeheimbewohnern und mangels Daten zur Schmerzsituation bei Altenpflegeheimbewohnern in Österreich wurde die OSiA-Studie durchgeführt.
Methode: Nichtexperimentelle Prä-Post-Studie in 12 randomisiert ausgewählten österreichischen Altenpflegeheimen des gleichen Trägers; standardisierte Online-Befragung von Pflegenden, standardisierte Befragung und Beobachtung von Bewohnern sowie Analyse der Dokumentation der medizinischen und pflegerischen Versorgung; halbstandardisierte Intervention mit Schulung der Pflegenden und systematische Schmerzerfassung.
Ergebnisse: Es werden aktuelle Ergebnisse zur Schmerzprävalenz und Schmerzsituation (Schmerzintensität, Dauer, Häufigkeit, Ort etc.) von Altenpflegeheimbewohnern aus der OSiA-Studie präsentiert. Es zeigt sich, dass auch kognitiv beeinträchtigte Bewohner teilweise zur Schmerzauskunft in der Lage sind. Die verwendeten Instrumente zur Schmerzerfassung liefern unterschiedliche Prävalenzdaten.
Schlussfolgerung: Der in der OSiA-Studie identifizierte hohe Anteil an Bewohnern, die unter Schmerzen leiden, zeigt die Notwendigkeit eines optimierten, multiprofessionell abgestimmten Schmerzmanagements. Ein regelmäßig durchgeführtes systematisches Schmerz-Assessment sollte auf das Setting abgestimmte Instrumente beinhalten. Bei kognitiv beeinträchtigten Bewohnern sollte eine systematische Fremdeinschätzung erfolgen, zudem sollten sie die Gelegenheit zur Selbstauskunft erhalten.

10:50

Der Vortrag von B. Iglseder entfällt, dafür werden die Ergebnisse aus der OSiA-Studie präsentiert.

B. Iglseder; M. Schreier1; U. Stering1; S. Pitzer1; M. Steiner1; F. Weißenberger1; J. Osterbrink1
Universitätsklinik für Geriatrie , Christian-Doppler-Klinik, Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH, 1 Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg/A;

S218-02

Der geriatrische Blick auf die medizinische Versorgung bei Altenpflegeheimbewohnern

Hintergrund: Die Prävalenz von potentiell inappropriaten Medikamenten (PIM) ist im Langzeitpflegebereich besonders hoch. Schmerzmittel spielen dabei sowohl qualitativ als auch quantitativ eine wesentliche Rolle.
Methode: Nichtexperimentelle Prä-Post-Studie in 12 randomisiert ausgewählten österreichischen Altenpflegeheimen des gleichen Trägers; standardisierte Online-Befragung von Pflegenden, standardisierte Befragung und Beobachtung von Bewohnern sowie Analyse der Dokumentation der medizinischen und pflegerischen Versorgung; halbstandardisierte Intervention mit Schulung der Pflegenden und systematische Schmerzerfassung.
Ergebnisse: In der Basis-Erhebung zeigt sich ein bedeutend hoher Anteil an PIMs, wobei Tranquilizer und Neuroleptika mit über 50% die größte Gruppe darstellen. Nicht steroidale Antiphlogistika (NSAIDs) bilden mit 11% der PIMs allerdings ebenfalls eine relevante Gruppe. In der Folgeuntersuchung ist der Anteil der Verschreibungen von NSAIDs um mehr als ein Viertel zurück gegangen, ihr Anteil an den PIMs macht nur mehr 8% aus, während die Zahl der psychoaktiven Verschreibungen weitgehend konstant geblieben ist.
Schlussfolgerung: Sowohl der gesamte PIM-Anteil an allen Verschreibungen als auch der Anteil von NSAID-Verschreibungen an der Gesamtzahl der PIMs sind zurückgegangen, was möglicherweise auf ein durch die Interventionsmaßnahmen geschärftes Problembewusstsein zurück zu führen ist.

11:10 Uhr

M. Schreier; U. Stering; S. Pitzer; B. Iglseder1; M. Steiner; F. Weißenberger; J. Osterbrink
Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, 1 Universitätsklinik für Geriatrie , Christian-Doppler-Klinik, Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH, Salzburg/A;

S218-03

Schmerzmanagement aus Sicht von Altenpflegeheimbewohnern und Pflegenden

Hintergrund: Mängel beim Schmerzmanagement können dazu führen, dass eine notwendige Schmerzbehandlung bei Betroffenen ausbleibt oder unzureichend durchgeführt wird. Pflege spielt beim multiprofessionellen Schmerzmanagement eine wichtige Rolle. In der OSiA-Studie wurde das Schmerzmanagement aus Sicht der Bewohner und der Pflegenden untersucht.
Methode: Nichtexperimentelle Prä-Post-Studie in 12 randomisiert ausgewählten österreichischen Altenpflegeheimen des gleichen Trägers; standardisierte Online-Befragung von Pflegenden, standardisierte Befragung und Beobachtung von Bewohnern sowie Analyse der Dokumentation der medizinischen und pflegerischen Versorgung; halbstandardisierte Intervention mit Schulung der Pflegenden und systematische Schmerzerfassung.
Ergebnisse: Es werden aktuelle Ergebnisse zum Schmerzmanagement aus Sicht der Bewohner und der Pflegenden vorgestellt. Im Fokus stehen Schmerzerfassung, Einbindung in Entscheidungsfindung bei der Schmerztherapie, nicht-medikamentöse Schmerztherapie, medizinische, therapeutische und pharmazeutische Versorgung am Wochenende.
Schlussfolgerung: Optimiertes Schmerzmanagement kann gelingen, wenn alle an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen miteinander vernetzt und adäquat geschult sind. Die pflegerische, medizinische, therapeutische und pharmazeutische Versorgung sollte transparent sein und alle Bewohner sollten ermutigt werden, sich zu ihrer Schmerzsituation zu äußern.

11:30 Uhr

S. Pitzer; M. Schreier; U. Stering; B. Iglseder1; M. Steiner; F. Weißenberger; J. Osterbrink
Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, 1 Universitätsklinik für Geriatrie , Christian-Doppler-Klinik, Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH, Salzburg/A;

S218-04

Fazit aus einer Interventionsstudie – Auswirkungen der OSiA-Studie

Hintergrund: Optimiertes Schmerzmanagement kann die Schmerzsituation von Altenpflegeheimbewohnern verbessern und sich günstig auf den Pflegeprozess auswirken. Dahingehende Effekte wurden in der OSiA-Studie untersucht.
Methode: Nichtexperimentelle Prä-Post-Studie in 12 randomisiert ausgewählten österreichischen Altenpflegeheimen des gleichen Trägers; standardisierte Online-Befragung von Pflegenden, standardisierte Befragung und Beobachtung von Bewohnern sowie Analyse der Dokumentation der medizinischen und pflegerischen Versorgung; halbstandardisierte Intervention mit Schulung der Pflegenden und systematische Schmerzerfassung.
Ergebnisse: Die Ergebnisse der Prä-Post-Studie werden verglichen, Veränderungen in den Zielvariablen der Intervention (Schmerzsituation, Schmerzmanagement) werden dargestellt und diskutiert.
Schlussfolgerung: Aufklärungs- und Lerneffekte sowohl seitens der Pflegenden und der Bewohner als auch der Ärzte können die Dunkelziffer der Schmerzleidenden (Silent Pain Sufferers) verringern. Dies tritt als Gegeneffekt zur vordergründig gewünschten Prävalenzreduktion auf. Die alleinige Betrachtung der Schmerzprävalenz als Outcomevariable ist nur bedingt aussagekräftig. Der Abgleich mit Kontrollvariablen zu Veränderungen im Schmerzmanagement und der Schmerztherapie ist geboten.