Mittwoch, 24.09.2014

14:15 - 15:15 Uhr

Melanchthonianum HS XX

Vorsitz: Wirth, Rainer (Borken); Gosch, Markus (Nürnberg)

Freie Beiträge 4

14:15 Uhr

J. Mellies; D. Koenen; L. Giernalczyk; C. Siepmann1; C. Lange2; P. Lichte1; H.-C. Pape1
Medizinisch-Geriatrische Rehabilitationsklinik, Luisenhospital Aachen, 1 Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2 Orthopädische Rehabilitationsklinik Schwertbad, Aachen;

S242-01

Telemedizinische intersektorale Rehabilitationsplanung in der Alterstraumatologie (TIRA)

Wie beeinflusst frühes mulitmodales Assessment die Rehabilitationsplanung und das Allokationsverhalten der Kostenträger zu geriatrischer oder orthopädischer Rehabilitation?

Die TIRA Studie (finanziert durch das Land NRW und die EU) untersucht Verbesserungspotentiale der Rehabilitationsplanung sowie der intersektoralen und interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Unfallchirurgie und Rehabilitationskliniken mittels Telemedizin. An der Studie sind die Unfallchirurgische Universitätsklinik, die Geriatrische Rehabilitationsklinik am Luisenhospital (GR) und die orthopädische Rehabilitationsklinik Schwertbad (OR), jeweils in Aachen beteiligt.

Methode:
In der Studie werden für 1,5 Jahre konsekutiv alle alterstraumatologischen Patienten des UKA postoperativ mittels eines multimodalen geriatrischen Assessments untersucht. Die Ergebnisse und alle klinischen Daten werden in einer gemeinsamen elektronischen Fallakte bereit gestellt. In der 2. Studienphase wird das Assessment und eine Bewegungsanalyse telemedizinisch durchgeführt.
Die gleichen Assessments werden in den weiterbehandelnden Rehakliniken erhoben. Als Assessmentbatterie wird der, für die TIRA-Studie modifizierte, Standard der Geriatrischen Klinik in allen drei Einrichtungen angewendet.
Die beteiligten Kliniken vergeben aufgrund eines gemeinsamen (am SGB-V und MDK-Richtlinien orientierten) Kriterienkatalogs (klinische Parameter und Assessmentergebnisse), intern die Empfehlung einer geriatrischen Frührehabilitation (§109), geriatrische Anschlussreha (§110) oder orthopädische Anschlussreha (OR).

Fragestellung:
-Einfluss des frühen postoperativen Assessments durch die Unfallchirurgie auf die Rehabilitationsplanung sowie die Allokationsentscheidung der Kostenträger
- Reliabilität eines standardisierten Assessments und einer Bewegungsanalyse, die telemedizinisch durch eine Therapeutin durchgeführt werden
-Potential der Telemedizin in der gemeinsamen Behandlungsplanung

Ergebnisse:
Der Autor stellt die Studie kurz vor und berichtet über erste Ergebnisse:
- Veränderung des Aufnahme-Barthels in der GR im Vergleich zum Zeitraum vor der Studie
- Vergleich der Aufnahme-Barthel und weiterer Assessments von GR und OR
- Vergleich Allokationsempfehlung der Studienleitung und Rehagenehmigung durch Kostenträger
- Hinweise auf Fehlallokation
- Erfahrungen mit telemedizinisch durchgeführtem Assessment, Bewegungsanalyse und ärztlicher Behandlungsplanung
- Videobeispiele

14:30 Uhr

R. Thiesemann
Klinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie, Krankenhaus St. Josef Wuppertal, Wuppertal;

S242-02

Schmerztherapie bei älteren Patienten -Teil 1: Diagnostik und Therapie von Stumpfschmerzen nach lang zurückliegenden Amputationen der unteren Extremität

Stumpfschmerzen nach lang zurückliegenden Amputationen sind für ältere Menschen ein beachtenswertes Phänomen und zudem oft therapierefraktär. Die alleinige medikamentöse analgetische Therapie ist zudem unzureichend. Berichtet wird über die Prinzipien der Schmerztherapie aus dem Bereich der interdisziplinären Algesiologie im Sinne der spezialisierten stationären Schmerztherapie. Die Zuweisungserfordernisse umfassen das Versagen der ambulanten und stationären unimodalen Schmerztherapie. Berichtet werden die Prinzipien der Diagnostik und Therapie unter Präsentation mehrerer Kasusistiken geriatrischer Patienten samt Darstellung des intraoperativen Situs und von algesiologischen Verlaufsparametern.

14:30 Uhr

M. Gosch; M. Woertz1; J. A. Nicholas2; C. Kammerlander3; M. Lechleitner1
Innere Medizin I, Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck/A; 1 LKH Hochzirl, Zirl/A; 2 Rochester (NY)/USA; 3 Univ.-Klinik für Unfallchirurgie, Universität Innsbruck, Innsbruck/A;

S242-03

Inappropriate prescribing as a predictor for long-term mortality after hip fracture

BACKGROUND: Hip fracture patients are at a higher risk for death compared to age-matched controls. While the reasons for this increased mortality risk are incompletely understood, medical comorbidities and associated medication prescribing likely play an important role in patient outcomes.
OBJECTIVE: The aim of our trial was to estimate the impact of inappropriate medication prescribing on the long-term outcome of older hip fracture patients.
METHODS: The present study is a retrospective cohort study. We included all hip fracture patients who were consecutively admitted to our department from 2000 to 2004. We used the previously published STOPP (Screening Tool of Older Person's Prescriptions) and START (Screening Tool to Alert doctors to Right Treatment) criteria to assess the appropriateness of medication prescribing with an additional focus on osteoporosis medications and the total number of prescriptions. Prescriptions meeting STOPP and START criteria were considered 'positive items' and correlated with outcomes. Mortality was assessed by cross-referencing with the national death registry of the Tyrolean Institute of Epidemiology.
RESULTS: During the study period, a total of 457 patients with hip fracture (mean age 80.61 ± 7.07 years; range 65-98) were evaluated. The mean number of positive combined STOPP and START items per patient was 2 ± 1.3, with ranges from 0 to 6 (STOPP items), 0 to 4 (START items) and 0 to 7 (combined STOPP/START items). Only 44 (9.6%) of patients had no positive STOPP or START items. The mean number of positive items (STOPP, START and combined) was significantly higher in non-survivors than survivors. The all-cause mortality rate at 3 years was lowest in the subjects with 1 or 0 positive items (20.5%; n = 35) and highest among those with >3 positive items (44.4%; n = 63). Inappropriate medication prescribing remained an independent risk factor with an odds ratio of 1.28 (1.07-1.52) after adjustment for sex, age, activities of daily living, comorbidities and nutrition status.
CONCLUSION: Inappropriate medication prescribing is an independent predictor of long-term mortality in older hip fracture patients. It increases the relative risk of mortality in older hip fracture patients by 28%.

15:00 Uhr

T. Motzek; K. Büter; G. Marquardt
Emmy Noether-Nachwuchsgruppe "Architektur im demografischen Wandel", Fakultät Architektur, Technische Universität Dresden, Dresden;

S242-04

Demenzsensible Gestaltung von Akutkrankenhäusern

Fragestellung
Krankenhäuser stehen vor der Herausforderung immer mehr ältere Patienten und auch Patienten mit einer Demenz versorgen zu müssen. Menschen mit Demenz sind im Krankenhaus oftmals desorientiert, neigen zur Fehlinterpretation ihrer eigenen Situation und verfügen womöglich über wenig Einsicht in die Behandlungserfordernisse. Die oftmals anregungsarme Krankenhausumgebung und die erzwungene Passivität der Patienten können weiterhin zu einer Verschlechterung ihres Selbsthilfestatus und ihrer Alltagskompetenz führen. Die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Architektur im demografischen Wandel“ der TU Dresden geht der Frage nach, welche baulichen und gestalterischen Maßnahmen in Krankenhäusern umgesetzt werden müssen um ein demenzsensibles Umfeld zu schaffen. Ziel des Vortrages ist es, ein aktuelles Forschungsprojekt zu dieser Fragestellung vorzustellen und erste Ergebnisse zu präsentieren. Das vorzustellende Forschungsprojekt zielt darauf, die Beschäftigung und Orientierung von Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus zu verbessern.

Methodik
Die Studie untersucht unter anderen wie effektiv verschiedene Kennzeichnungsformen von Möbeln sind, um eine verbesserte Identifizierung des eigenen Schrankes und des eigenen Bettes bei geriatrischen Patienten zu erreichen. Für die Studie wurden n=70 Patienten hinsichtlich verschiedener Kennzeichnungsformen getestet.
Weiterhin wurden Patientenbefragungen und Beobachtungen durchgeführt, die Aufschluss über das Maß an Aktivität und Beschäftigung während des Krankenhausaufenthaltes geben. Die Wünsche bezüglich von Beschäftigungsmöglichkeiten wurden ermittelt und das Pflegepersonal wurde zu ihren Ansprüchen an die gebaute Umwelt zur Unterstützung bei pflegerischen Aufgaben befragt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse soll die Station umgestaltet und anschließend evaluiert werden.

Ausblick
Hauptkriterien für die Untersuchung ist der Nachweis der Wirksamkeit baulicher Umgestaltungen im Krankenhaus. Es soll aufgezeigt werden, dass die Interventionen die Versorgung, die Orientierung und das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz im Krankenhaus verbessern. Wirksame Gestaltungsmöglichkeiten sowie architektonische Empfehlungen für das Akutkrankenhaus sollen entwickelt werden.