Mittwoch, 24.09.2014

15:30 - 17:00 Uhr

Audimax HS XXII

Vorsitz: Jäger, Martin (Dinslaken)

Aktuelles aus der Dysphagie

15:30 Uhr

H. Stege
Klinik für Geriatrie, Ruppiner Kliniken GmbH, Neuruppin;

S238-01

Aktueller Stand der apparativen Schluckdiagnostik in der Geriatrie

15:50 Uhr

U. Vahle
Geriatrie, Evangelisches Krankenhaus Schwerte, Schwerte;

S238-02

Unklare Dysphagie nach Herz-OP - ein spannender Fall skizziert die Versorgungsrealität

Ein Problem der Dysphagiediagnostik und -therapie ist die unzureichende fachliche Würdigung des Themas sowohl im stationären als auch im niedergelassenen Bereich. Schluckstörungen sind weiterhin eher unterdiagnostiziert, obwohl deren Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung (bezogen auf Menschen mit einem Alter > 55 Jahren) seit vielen Jahren mit 16-22% veranschlagt wird [1]. Die rein klinische Einschätzung ist höchst anspruchsvoll und bedarf einer langjährigen Erfahrung, der apparativen Diagnostik kommt daher eine wesentliche Bedeutung zu, um eine korrekte Diagnose zu stellen und deren Therapie einzuleiten. Die videoendoskopische Dysphagiediagnostik (FEES) etabliert sich zurzeit als ein realisierbares Standardverfahren bei stationären geriatrischen Patienten mit Schluckstörungen. Daneben besteht aufgrund der allgemeinen Dysphagie-Prävalenz im Alter ein steigender Bedarf an adäquater Diagnostik bei ambulanten Patienten. Auch hier ermangelt es im Vorfeld nicht selten der korrekten ärztlichen Einschätzung, Verordnung einer frühzeitigen logopädischen Behandlung sowie Zuweisung zur geeigneten Untersuchung. Der spannende Fall einer ausgeprägten Dysphagie nach Herz-OP skizziert beispielhaft die Versorgungsrealität, welche trotz Vordiagnostik in diversen Fachabteilungen erst nach Monaten durch die FEES und unvoreingenommene Betrachtung der Fallkonstellation zur treffenden Diagnose führt.

Literatur
1. Kuhlemeier PhD, MPH, Epidemiology and dysphagia. Dysphagia, 1994. 9(4): p. 209-217.

16:10 Uhr

M. Jäger
Geriatrie, St. Vinzenz Hospital Dinslaken, Dinslaken;

S238-03

Vorstellung Positionspapier der DGG zur Dysphagie in der Geriatrie

16:30 Uhr

M. Goernig; F. Alnatour; F. Cygon1; M. Hiller2; G. W. Ickenstein2
Klinik für Geriatrie, HELIOS Klinikum Aue, Aue; 1 Klinik und Poliklinik für Innere Medizin IV, Universitätsklinikum, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale); 2 Klinik für Neurologie, HELIOS Klinikum Aue, Aue;

S238-04

Identifikation von Schluckstörungen und Dysphagie Management in der Geriatrie

Einleitung
Schluckstörungen sind ein häufiges Problem in der Geriatrie und können neben Mangelernährung auch zu Komplikationen wie Aspirationen und Pneumonien führen. Neben neurologischen Erkrankungen tritt eine Dysphagie auch bei schweren Infektionen und Delir auf. Ein rechtzeitiges Erkennen von Risikopatienten und ein strukturiertes interdisziplinäres Vorgehen bei Schluckstörungen sind indiziert.
Material und Methode
Im Rahmen eines Dysphagie Management Konzepts erhalten alle Patienten einer Akutgeriatrie im Dysphagiezentrum des HELIOS Klinikums Aue eine logopädische Schluckevaluation ggf. ergänzt durch eine Schluckendoskopie (FEES). Während des stationären Aufenthalts werden der Verlauf der Schluckstörungen und der alltagsrelevanter Beeinträchtigungen der Ernährung unter Berücksichtigung der geriatrischen Standardassessments, neurologischer Grunderkrankung (Apoplex, M. Parkinson, Delir, Demenz und Depression) und klinischer Parameter (Polymedikation, CRP, Albumin- und Natriumspiegel) sowie Notwendigkeit alternativer Ernährungsformen (NGT, PEG, intravenöser oder oraler Zusatznahrung) erhoben. Zusätzlich werden bei Indikation täglich logopädische Therapieeinheiten durchgeführt. Außerdem werden die Assessmentdaten und klinischen Parameter im Vergleich zu einer altersgematchten Vergleichsgruppe ohne Dysphagie betrachtet, um Risikopatienten besser zu beschreiben.
Ergebnisse und Diskussion
Die bisherige Auswertung der ersten 72 Fälle aus 2014 ergab, dass sich bei ca. einem Drittel (22 Patienten) eine Schluckstörung nachweisen ließ. Am häufigsten war eine Kombination einer Störung der oralen Vorbereitungsphase und der pharyngealen Schluckphase vorhanden. Bei der Hälfte kam es während der frührehabilitativen Komplextherapie zu einer deutlichen Besserung der Dysphagie, was kongruent mit einer Verbesserung der übrigen ADLs einherging, insbesondere bei den Patienten ohne eine schwere neurologische Grunderkrankung. Die finalen Ergebnisse dieser retrospektiven Analyse in einer akutgeriatrischen Klinik werden präsentiert.