Mittwoch, 24.09.2014

15:30 - 17:00 Uhr

Löwengebäude HS XIV a/b

Vorsitz: Durwen, Herbert F. (Düsseldorf); Jacobs, Andreas H. (Bonn)

Update Neurogeriatrie

15:30 Uhr

K. Schmidtke
Zentrums für Altersmedizin, Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach, Offenburg;

S205-01

Kognitive Störungen im Alter - Diagnostik am Krankenbett

15:50 Uhr

G. Heusinger von Waldegg
Klinik für Geriatrie, Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen, Magdeburg;

S205-02

Vaskuläre rigide Störungen und atypische Parkinson-Syndrome versus Morbus Parkinson – was macht den Unterschied?

Während für das idiopathische Parkinsonsyndrom klare Diagnosekriterien bestehen und standardisierte leitlinienbasierte Therapieempfehlung zur Verfügung stehen und sind die diagnostische Kriterien vaskuär rigider Störungen sehr vage gehalten und spiegeln sich in teils sehr unterschiedlicher Nomenklatur wider. Dabei ist davon aus zu gehen, dass vaskuläre und neurodegenerative Prozesse bei alten und hochbetagten Patienten parallel ablaufen. Älteren Patienten mit vaskulär rigiden Störungen scheinen häufiger anfällig für kognitive Beeinträchtigungen, posturale Instabilität mit Stürzen sowie Harninkontinenz. In der Differentialdiagnostik des idiopathischen Parkinsonsyndroms stellen die atypischen Parkinsonsyndrome eine besondere diagnostische Herausforderung dar. Eine möglichst genaue ätiologische Zuordnung einer rigiden Bewegungsstörung beim älteren Patienten ist erforderlich, um die Sinnhaftigkeit und den Umfang der L-Dopa Therapie fest zu legen. Die L-Dopa Sensibilität der Symptomatik nimmt in der Diagnostik einen geringeren Stellenwert, als die neurologische Untersuchung mit dem Nachweis von Blickparesen, Riechstörungen und dem Vorhandensein von Pyramidenbahn zusätzlich zur Extrapyramidalsymptomatik.

16:10 Uhr

W. Maetzler
Neurodegeneration, Klinik für Neurologie, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Tübingen;

S205-03

Quantitative Messung von Gang und Gleichgewicht beim alten Menschen

Im Verlauf der letzten 5 bis 10 Jahre hat sich das Verständnis der zentralen Organisation und Steuerung von Gang und Gleichgewicht beim Menschen enorm verbessert. Auch das Erfassen von Gang- und Gleichgewichtsstörungen ist in den letzten Jahren mit der Anwendung von hochgenauen und gleichzeitig leichten und "unauffälligen" Sensoren wesentlich einfacher und objektiver geworden. Dies hat insbesondere Implikationen für die Diagnose und Therapie von Gang- und Gleichgewichtsstörungen wie sie beim alten Menschen, und beim Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. Mb. Parkinson) auftreten. In diesem Vortrag werden etablierte und vielversprechende diagnostische Verfahren für die quantitative Erfassung von Gang- und Gleichgewichtsstörungen in diesen Personengruppen dargestellt, und das Potential von ambulanten quantitativen Untersuchungen anhand eigener Ergebnisse (i) für die Detektion von motorischen Symptomen, und (ii) für die Beschreibung von Krankheitsprogression diskutiert.

16:30 Uhr

H. L. Unger
Akutgeriatrie und Frührehabilitation, Evangelisches Krankenhaus Kalk in Köln (EVKK), Köln;

S205-04

Klinische Besonderheiten in Therapie und Rehabilitation hochaltriger Schlaganfallpatienten

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in den industrialisierten Ländern und der häufigste Grund für Invalidität im Erwachsenenalter. Schon heute sind mehr als 70 Prozent der Schlaganfallpatienten älter als 65 Jahre und angesichts der demografischen Entwicklung stellt der Schlaganfall eine der wichtigsten Erkrankungen des älteren Menschen dar.
Die Behandlung des älteren Schlaganfallpatienten unterscheidet sich prinzipiell nur wenig vom jüngeren Patienten. Mit steigendem Lebensalter wird allerdings die Prognose bezüglich Überleben und funktioneller Restitution deutlich schlechter.
Deshalb sollte umso mehr das Hauptaugenmerk auf einen raschen Behandlungs-beginn an entsprechend spezialisierten Zentren gelegt werden, da damit die Prognose für diese Patientengruppe relevant verbessert werden kann. Auch hier gilt der Slogan „time is brain“, zumal es deutliche Hinweise darauf gibt, dass die Reperfusionstherapie mittels rtPA auch bei hochbetagten Patienten wirksam ist.
Aufgrund der im fortgeschrittenen Lebensalter deutlich erhöhten Komorbidität, ist das kontinuierliche Monitoring während der Akutphase auf einer Stroke unit bei geriatrischen Patienten von enormer klinischer Relevanz.
Ältere Menschen zeigen insgesamt eine schlechtere Funktionserholung als jüngere, wobei der Faktor der cerebralen Vorschädigung und der Begleiterkrankungen wesentlicher ist als das Alter per se. Wegen der insgesamt deutlich schlechteren Prognose bei Hochbetagten, sind alle Möglichkeiten einer spezifischen Früh- und weiterführenden Rehabilitation zu ergreifen unter Einschluss der Möglichkeiten des Neuroenhancements und der modernen Therapieverfahren in der Neurorehabilitation wie z.B. der transkraniellen Magnetstimulation (rTMS).