Interdisziplinäre Veranstaltung

Freitag, 26.09.2014

08:00 - 09:30 Uhr

Audimax HS XXII

Vorsitz: Wolter, Dirk K. (Haderslev/DK)

Fahreignung im höheren Lebensalter

Im Zuge der demographischen Entwicklung werden immer mehr alte und auch hochbetagte Menschen aktive Autofahrer sein, der Anteil der über 80-jährigen Führerscheinbesitzer wird für das Jahr 2025 auf mehr als 80 % der Frauen und über 90 % der Männer prognostiziert. Vor diesem Hintergrund wird immer wieder die Frage der Fahreignung älterer Autofahrer aufgeworfen, die Möglichkeit obligatorischer Fahrtauglichkeitsuntersuchungen ab einem gewissen Alter wird kontrovers diskutiert. Sicherheitsaspekte stehen hierbei der Forderung nach Mobilität und Teilhabe am öffentlichen Leben gegenüber.

Im Alter ändert sich das Fahrverhalten, wobei Leistungseinbußen zumindest teilweise kompensiert werden können. Leistungstests führen zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Fahreignung älterer Autofahrer. Unfallentstehung und Unfallhäufigkeiten weisen charakteristische Unterschiede im Vergleich zu jüngeren Autofahrern auf, die häufig nicht beachtet werden. Eine differenzierte Betrachtung ist aber notwendig, um eine voreilige Überschätzung der Gefährdung zu vermeiden. Ältere Autofahrer sind eher selbst gefährdet als dass sie andere gefährden. Durchschnittlich erst jenseits des 75.-80. Lebensjahres wirken sich gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die zunehmende Muktimorbidität und die damit verbundene Multimedikation (und dabei insbesondere die Psychopharmaka) häufiger mobilitätsrelevant aus.

Die kognitive Leistungsfähigkeit spielt für das Autofahren eine zentrale Rolle. Während bei fortgeschrittener Demenz Fahreignung sicher nicht mehr gegeben ist, kann sie in leichten Demenzstadien noch eine Zeitlang erhalten sein. Wird eine Demenzdiagnose gestellt, muss die Problematik zeitnah mit dem Patienten besprochen werden, weil im Verlauf der Demenz die Fahreignung zwangsläufig verloren gehen wird. Ausreichendes Wissen um gesetzliche Grundlagen und Vorschriften sowie praktische Durchführung der Fahreignungsuntersuchung ist Voraussetzung dafür, dass Ärzte rechtzeitig mit ihren Patienten über dieses Thema reden, denn der u. U. notwendige Verzicht auf den Führerschein stellt einen schwierigen Entscheidungsprozess dar, bei dem der Arzt den Patienten und seine Angehörigen als Gesprächspartner und Berater begleiten muss.

08:00 Uhr

Prof. Dr. Georg Rudinger

Prof. Dr. Georg Rudinger, Bonn
Mitglied des BAGSO-Expertenrats und Sprecher des Zentrums für Alterskulturen an der Universität Bonn (ZAK), das er 2002 gegründet hat; er ist Ehrenmitglied der DGGG

S003-01

Ältere Verkehrsteilnehmer – gefährdet oder gefährlich

08:20 Uhr

Dr. Dirk K. Wolter

Dr. Dirk K. Wolter, Haderslev, Dänemark
Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie

S003-02

Beginnende Demenz und Fahreignung

08:40 Uhr

Dr. Alexander Brunnauer

Dr. Alexander Brunnauer, Wasserburg am Inn
Abteilungsleiter Neuropsychologie am Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg am Inn

S003-03

Psychopharmaka und Fahrtüchtigkeit

09:00 Uhr

Prof. Dr. Wolfgang Schubert

Prof. Dr. rer. nat. Prof. h. c. (MIREA) Wolfgang Schubert, Berlin
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie e. V. (DGVP)

S003-04

Fahreignungsbegutachtung älterer Kraftfahrzeugführer in der Praxis