Donnerstag, 25.09.2014

11:00 - 12:30 Uhr

Audimax HS XXIII

Vorsitz: Schellinger, Peter (Minden); Grond, Martin (Siegen)

Update Neurogeriatrie – Spezifische Therapie bei Octogenarians

Spezifische neurologisch-akutgeriatrische Krankheitsbilder sollen sowohl vor dem Hintergrund der Aggressivität von Therapieansätzen aber auch der Polypharmakologie beleuchtet werden. Hinsichtlich der Thrombolysetherapie beim akuten Schlaganfall gibt es randomisierte aber auch Registerdaten zur Sicherheit und Effektivität im Alter über 80 Jahren (Referent Prof. Schellinger). Vielerorts wird diesen Patienten die wirksame Therapie vorenthalten, auch oder gerade weil es sich um eine off-label Therapie handelt. Das Gleiche gilt für die Antikoagulation mit Vitamin K Antagonisten und DOAKs bei stattgehabten kardial embolischen Schlaganfällen (Referent Prof. Grond). Im praktischen Alltag wird den so gefährdeten Patienten aus der Furcht um eine Blutungskomplikation eine hocheffektive Therapie vorenthalten oder eine nicht wirksame Therapie (Thrombozytenfunktionshemmung) angesetzt. Die Altersepilepsie trägt erheblich zu Komorbidität, Polypharmakologie mit zentralen Nebenwirkungen und Sturzgefahr in der Geriatrie bei. Spezielle neurogeriatrische, therapeutische sowie pharmakologische Aspekte der antiepileptischen Therapie werden diskutiert (Referent Prof. Nau). Morbus Parkinson (Referent Prof. Maetzler) und das syndromal manchmal verwechselte Hakim-Adams Syndrom (NPH) (Referent Prof. Jacobs) sind typische Erkrankungen im neurogeriatrischen Patientengut. State of the art Therapie inklusive von Eskalationen und invasiven Therapieansätzen von Morbus Parkinson und NPH schließen das Symposium ab.

11:00 Uhr

P. Schellinger
Neurogeriatrie , Neurologie und Geriatrie, Johannes Wesling Klinikum, Minden;

S228-01

Akuttherapie des Schlaganfalls: Lysieren und Hemikraniektomieren?

11:15 Uhr

M. Grond
Klinik für Neurologie, Haus Hüttental, Kreiskrankenhaus Siegen, Siegen;

S228-02

Kardial embolischer Hirninfarkt: Antikoagulieren und wenn ja, womit?

11:30 Uhr

A. H. Jacobs
Klinik für Geriatrie mit Neurologie und Tagesklinik, Johanniter-Krankenhaus, Evangelische Kliniken Bonn, Bonn;

S228-03

NPH: Sollen wir noch einen Shunt legen?

11:45 Uhr

R. Nau
Geriatrisches Zentrum, Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende, Göttingen;

S228-04

Epilepsie: An was muss im Alter gedacht werden?

Bei einem ersten epileptischen Anfall im Alter müssen Ursachen für einen Gelegenheitsanfall (am häufigsten Hypoglykämie, Hyponatriämie, Medikamenten-Nebenwirkungen) ausgeschlossen bzw. identifiziert und die Ursache(n) rasch und gezielt behandelt werden.
Sowohl die Inzidenz als auch die Prävalenz der Epilepsien steigt im Alter an. Etwa ein Drittel aller Epilepsien manifestieren sich erstmals jenseits des 60. Lebensjahres. Hierbei handelt es sich am häufigsten um primär fokale Epilepsien.
Die Suche nach dem Fokus mittels zerebraler Bildgebung ist zwingend. Die zerebrale Kernspin- ist der zerebralen Computertomographie in der Detektion eines epileptogenen Fokus erheblich überlegen. Das EEG hilft bei der Beantwortung der Frage, ob eine Epilepsie vorliegt, und hilft bei der Zuordnung zu einem Epilepsiesyndrom.
Die antiepileptische Behandlung alter Menschen ist aufgrund von Veränderungen der Pharmakokinetik und –dynamik sowie aufgrund von Medikamenteninteraktionen nebenwirkungsreich. Gut verträglich sind in der Regel Gabapentin, Lamotrigin und Levetiracetam und Valproinsäure. Beim Lamotrigin ist eine sehr langsame Aufdosierung erforderlich, um Allergien zu vermeiden. Eine besonders bei kognitiv eingeschränkten Patienten nicht seltene Nebenwirkung des Levetiracetams ist die emotionale Labilität bis hin zu Feindseligkeit. Valproinsäure kann Thrombozytopenien und Störungen der Blutgerinnung verursachen. Carbamazepin und insbesondere Oxcarbazepin induzieren, v.a. bei gleichzeitiger Gabe von Diuretika, nicht selten Hyponatriämien.
Die adäquate Behandlung einer Epilepsie im Alter ist eine wichtige Voraussetzung zum Erhalt der Unabhängigkeit und Lebensqualität geriatrischer Patienten.

12:00 Uhr

W. Maetzler
Abteilung Neurodegenerative Erkrankungen, Zentrum für Neurologie, Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen;

S228-05

Morbus Parkinson im Alter: Therapeutische Aspekte?