DGG-Fortbildungsakademie

Mittwoch, 24.09.2014

09:00 - 13:00 Uhr

 

Endoskopische Schluckdiagnostik – FEES-Workshop

Eine hohe Prävalenz von oropharyngealen Dysphagien (Schluckstörungen) ist bei neurologischen Erkrankungen gegeben: So etwa bei 50 Prozent der Schlaganfall-Patienten in der Akutphase und auch etwa der Hälfte der Patienten mit Morbus Parkinson. Bei Demenz in fortgeschrittenem Stadium liegt fast immer eine Dysphagie vor. Außerdem treten Schluckstörungen unter Einnahme von Neuroleptika gehäuft auf. Dysphagie-Patienten haben eine drastisch erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass es zum Eindringen von Bolus (das, was geschluckt werden soll) in die Luftröhre kommt. Das kann zu einer letalen Aspirationspneumonie führen.

Für die Diagnostik von Schluckstörungen stehen klinische und apparative Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Dabei ist der fiberendoskopischen Evaluation des Schluckens (FEES) neben der Videofluoroskopie (VFSS) der Vorzug zu geben. Neben der morphologischen Beurteilung der pharyngealen und laryngealen Strukturen werden hierbei ausführliche Funktionsprüfungen des Schluckaktes vorgenommen und die Effizienz des Sekretmanagements kontrolliert. Die Schluckfunktionen werden beim Essen und Trinken beurteilt. Therapeutische Interventionen können hinsichtlich ihrer Wirksamkeit untersucht und auch die korrekte Lage einer nasogastralen Sonde kann unmittelbar verifiziert werden. Ferner kann auf Basis einer FEES entschieden werden, ob ein tracheotomierter Patient dekanüliert werden kann.

Die Untersuchung wird in sitzender Position des Patienten vorgenommen, eine Sedierung oder Lokalanästhesie ist nicht erforderlich. Während der flexiblen Endoskopie treten keine nennenswerten Komplikationen auf. Die Untersuchung ist selbst bei eingeschränkter Kooperationsfähigkeit des Patienten möglich.

Die Inhalte:

  • Erklären und durchführen des FEES-Verfahren 
  • Anatomische Strukturen unter endoskopischen Sicht
  • Terminologie und Ratingskalen zur standardisierten Befunderhebung und zur Beschreibung des Schluckverhaltens 
  • Demonstrieren typischer Befunde in Videosequenzen und gemeinsame Diskussion
  • Demonstration einer Endoskopie
  • Teilnehmer können sich gegenseitig endoskopieren

Die Ziele des Workshops sind …

  • erste FEES-Untersuchungen unter Supervision selbständig durchführen zu können 
  • einfache Befunde selbständig zu erheben 
  • eine Einschätzung des Schweregrades der Dysphagie abgeben
  • die nächsten Schritte im Ernährungs- oder Dekanülierungsmanagement einleiten zu können

Ablauf:
Seminar 09:00-11:15 Uhr
Pause 11:15-11:30 Uhr
Seminar 11:30-13:00 Uhr
5 UE

Teilnehmerzahl: max. 24, aus Qualitätsgründen
Kursgebühr: 190 Euro

Die Angebote der DGG-Fortbildungsakademie laufen parallel zum Kongress und sind Gebührenpflichtig. Eine Vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich und noch bis zum 15. September möglich. 
Bitte beachten Sie, dass die Teilnahme an der Fortbildungsakademie der DGG während des Kongresses (24.-27.09.2014) nur in Verbindung mit einer Anmeldung zum Kongress möglich ist (auch Tageskarten buchbar).

Anmeldung zum Seminar unter: www.dggeriatrie.de/akademie/anmeldung

Dr. Jürgen Konradi; Foto: privat

Der Referent:
Dr. phil. Jürgen Konradi studierte Germanistik (Schwerpunkt Neurolinguistik), Psychologie und Rechtswissenschaft an der TU Darmstadt, University of Surrey (England) und an der Goethe-Universität Frankfurt. 2011 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Er arbeitet seit 2005 als Klinischer Linguist (BKL) in der Frührehabilitation der Neurochirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mainz, seit 2012 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Katholischen Hochschule Mainz. Als langjähriger Therapeut, Lehrbeauftragter, Dozent, Supervisor und wissenschaftlicher Leiter des Mainzer Trachealkanülen-Kurses hat er zahlreiche Lehrveranstaltungen und Workshops zum Thema FEES entwickelt. Die endoskopische Schluckdiagnostik ist Teil seiner täglichen Arbeit.