DGG-Fortbildungsakademie

Dienstag, 23.09.2014

15:00 - 18:30 Uhr

 

Multimedikation – Regeln und Aspekte

Immer öfter wird über das Problem Multimedikation in der Therapie älterer und geriatrischer Patienten diskutiert. Das Auftreten altersabhängiger chronischer Erkrankungen und Multimorbidität tragen zu dem Problem bei, aber auch Empfehlungen aus Leitlinien und nicht zuletzt der Patient selbst, wenn er etwa zu den verordneten Medikamenten zusätzlich noch frei verkäufliche Medikamente einnimmt. Allgemein wird Multimedikation mit einer Reihe negativer Folgen in Verbindung gebracht – beispielsweise mit einer potenziell inadäquaten Medikation, Arzneimittelinteraktionen, vermehrten unerwünschten Arzneimittelwirkungen und häufigeren Krankenhausaufenthalten.

Aber ist Multimedikation immer schlecht? Wann ist es sinnvoll, die Anzahl der Medikamente zu begrenzen, und wie macht man das? Gibt es trotz Multimedikation eine Unterversorgung, und wie ist die zu erkennen? Welche allgemeinen Regeln zur Medikation im Alter sollten berücksichtigt werden? Und welche funktionsbezogenen Überlegungen und geriatrischen Aspekte sind wichtig für Therapieentscheidungen bei älteren Menschen?

Die Inhalte:

  • Was ist Multimedikation, und was taugt der Begriff als Konzept zur Arzneitherapie im Alter?
  • Was bedeutet potenziell inadäquate Medikation, und wie lässt sie sich vermeiden?
  • Welche pharmakologischen Aspekte sind wichtig in der Arzneitherapie bei Älteren?
  • Welche geriatrischen Syndrome und welche funktionellen Aspekte müssen berücksichtigt werden?
  • Welche Instrumente und Checklisten sind nützlich für Therapieentscheidungen?

Die Ziele des Seminars sind …

  • die Begriffe „Multimedikation“ und „potenziell inadäquate Medikation“ kennen und einschätzen zu lernen
  • listenbasierte Ansätze zur Verbesserung der Pharmakotherapie im Alter kennenzulernen
  • allgemeine Regeln und wichtige pharmakologische Aspekte der Arzneimitteltherapie im Alter aufzufrischen
  • die Bedeutung geriatrischer Syndrome und funktioneller Einbußen des Patienten auf Therapieentscheidungen zu verstehen
  • nützliche Instrumente zur Erleichterung therapeutischer Entscheidungen kennenzulernen

Ablauf:
Seminar 15:00-16:30 Uhr
Pause 16:30-17:00 Uhr
Seminar 17:00-18:30 Uhr
4 UE

Kursgebühr: 190 Euro

Fortbildungspunkte wurden bei der Ärztekammer Sachsen-Anhalt beantragt. Jeder Seminarteilnehmer erhält ein Zertifikat.

Die Angebote der DGG-Fortbildungsakademie laufen parallel zum Kongress und sind Gebührenpflichtig. Eine Vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich und noch bis zum 15. September möglich.

Anmeldung unter: www.dggeriatrie.de/akademie/anmeldung

Dr. Ulrich Thiem; Foto: privat

Der Referent:
Dr. Ulrich Thiem ist Internist und Geriater. Er arbeitet klinisch als Oberarzt im Marienhospital Herne, einer der Kliniken der Ruhr-Universität Bochum. Als Koordinator im Forschungsverbund PRISCUS beschäftigt er sich seit Jahren mit Fragen der Medikation im Alter und der potenziell inadäquaten Medikation. Ulrich Thiem ist Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) e.V. und fungiert als Schatzmeister.